Der Bildungsstreik Bochum 2011

Lautstark demonstrierten heute 300 Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis durch die Bochumer Innenstadt.

Praktischer Politikunterricht

Im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks fand heute auch in Bochum eine Demonstration statt. Die Zahl der Teilnehmenden fiel geringer aus als erwartet: „Leider haben viele Lehrerinnen und Lehrer im Vorfeld mit Ordnungsmaßnahmen gedroht,“ sagt Carolin Jung vom Bildungsstreik Bündnis, „Aus unserer Sicht ist eigenes Engagement und die Teilnahme an einer solchen Demo der beste Politikunterricht. Die Lehrkräfte sind auf Gesprächsangebote im Vorfeld nicht eingegangen, obwohl viele der Missstände, die wir kritisieren, sie ja auch betreffen.“ Hier sind vor allem die finanziellen Mittel gemeint, die im Bildungssystem fehlen.

Stopp an der Goetheschule

Die Demonstration startete um 9.45 Uhr am Hauptbahnhof und zog über den Ring, mit einem Stopp an der Goetheschule. Dort war eine Zwischenkundgebung angesetzt, die BezirkschülerInnenvertretung Bochum (BSV), der AstA der Ruhr Universität und die DGB Jugend, die das Bündnis tatkräftig unterstützten, hielten dort Reden zur aktuellen Bildungspolitik. Die Stimmung war so euphorisch, dass sich die Demonstrierenden dazu entschlossen, ihre Mitschüler und Mitschülerinnen in der Schule lautstark zur Teilname an den Protesten aufzufordern. Dabei kam es zu einem Zwischenfall, als ein Lehrer versuchte, Jugendliche zu schlagen um sie am Betreten der Schule zu hindern.

Bildung ins öffentliche Interesse rücken

Gegen 12.00 Uhr endetet die Demonstration am Hauptbahnhof. „Mit diesem bundesweiten Aktionstag wird das Thema Bildung wieder ein Stück höher auf die politische Tagesordnung gesetzt. Unser Ziel war es, darauf aufmerksam zu machen, dass es noch einiges im deutschen Bildungssystem zu verändern gilt. Das haben wir mit diesem Protesttag geschafft“, dieses Fazit zieht Carolin Jung vom Bildungsstreik Bündnis Bochum am Ende der Aktion.

Am 21.11.11 wird ab 18Uhr ein Auswertungstreffen im Bahnhof Langendreer stattfinden. Alle Interessierten sich herzlich eingeladen.

Deutschlandweite Proteste – Bildungsstreik 2011 auch in Bochum

Gemeinsam haben in den letzten Jahren hunderttausende Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende, mit bundesweiten Bildungsstreiks gegen das deutsche Bildungssystem protestiert. In über 40 Städten in Deutschland werden am 17.11.11 wieder Bildungsproteste stattfinden. Das Bochumer Bildungsstreik Bündnis rechnet auch in diesem Jahr wieder mit einer regen Telnahme.

Schulzeitverkürzung und überfüllte Hörsäle

„Durch die Schulzeitverkürzung fallen viele interessante Inhalte aus“, beschwert sich Jonas Böhnke, Schüler in Bochum: „Es bleibt keine Zeit näher auf Themen einzugehen.“ An der Universität sieht es auch nicht anders aus: „Auch wenn die Studiengebühren in NRW abgeschafft wurden, gibt es immer noch eine Menge Dinge die falsch laufen“, sagt Laura Bauer, die aktiv im Bündnis mitarbeitet. Sie spricht von Zulassungsbeschränkungen an den Hochschulen, überfüllten Hörsäle und Anwesenheitspflicht.

Geld für Bildung – statt für Banken und Konzerne

Durch die Pisa Studie wurde belegt, dass das deutsche Bildungssystem keine Chancengleichheit, sondern eine große Selektion hervorbringt. Trotzdem halten Politiker und Politikerinnen immer noch an der Dreigliedrigkeit des Schulsystems fest. Das Bochumer Bündnis macht sich für „eine Schule für Alle“ stark – eine Forderung, die im europäischen Ausland längst Normalität ist. Genauso wie bei der Occupy-Bewegung sind auch Finanzmärkte und Bankenrettungen ein Thema: „Milliarden von Euros werden zur Rettung von Banken ausgegeben – während wir in maroden Schulgebäuden sitzen“, kommentiert Laura Bauer.

Gemeinsam mit den Lehrkräften auf die Straße

Das Bochumer Bildungsstreik Bündnis ruft alle Schülerinnen und Schüler, Studierende, Azubis und auch Lehrerinnen und Lehrer dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen. „Denn von den meisten Missständen sind wir alle betroffen, ob Lehrkraft oder Lernende“, so Jonas Böhnke.

Die Demonstration beginnt am 17.11.11 um 09.30Uhr am Bochumer Hbf.

Mobilisierung geht in die heiße Phase

Die Mobilisierung für den Bildungsstreik 2011 in Bochum geht in die heiße Phase.

Am 17. November wollen Schülerinnen und Schüler zusammen mit Studierenden und Auszubildenden wieder für ein besseres Bildungssystem auf die Straße gehen. Auch das Bündnis in Bochum rechnet mit einer großen Teilnahme. Denn noch immer gibt es große Probleme im Bildungsbereich: „In den Schulen ist das Turbo-Abi Stressfaktor Nummer eins und in der Uni sitzt man, durch die doppelten Abiturjahrgänge bei den Kommilitonen und Kommilitoninnen auf dem Schoß“, berichtet Carolin, die aktiv in den Vorbereitungen mitarbeitet. „Das ist für mich keine Atmosphäre in der ich lernen kann.“

Praktischer Politikunterricht – zusammen mit den Lehrkräften

Im Juli diesen Jahres gab es in Bochum einen Schulstreik mit 700 Schülerinnen und Schülern. Die Initiatoren und Initiatorinnen hatten dabei mit Repressionen zu kämpfen. Die Lehrkräfte wollten die Schülerinnen und Schüler nicht zur Demonstration gehen lassen, es gab Androhungen auf Schulverweise. „Wir suchen keinen Konflikt mit den Lehrkräften“ sagt Carolin, „ immerhin betreffen viele Probleme beide Gruppen“. Deshalb fordert das Bündnis Bochumer Lehrkräfte und Direktorinnen und Direktoren dazu auf, mit ihren Schülerinnen und Schülern über das Thema zu sprechen und ihnen die Möglichkeit geben, Politik praktisch kennen zu lernen. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt den bundesweiten Aktionstag und ruft dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen.

Nach Angaben der GEW dürfen Schülerinnen und Schüler die Demonstration in jedem Fall besuchen. Die Schulen dürfen sie nicht davon abhalten. Am Ende der Demonstration können sich die Schülerinnen und Scüler Entschuldigungen bei der BezirksschülerInnenvertretung ausstellen lassen, die versäumten Stunden werden können dann als entschuldigt ins Klassenbuch eingetragen werden.

Die Demonstration startet am 17.11.11 um 09.30Uhr am Bochumer Hbf.

Bildungsstreik 2011 am 17. November in Bochum

Am 17. November wollen Schülerinnen und Schüler zusammen mit Studierenden und Auszubildenden für ein besseres Bildungssystem auf die Straße gehen.

Gemeinsam haben schon in den letzten Jahren hunderttausende im Zuge von bundesweiten Bildungsstreiks gegen das deutsche (Aus-)Bildungssystem gekämpft. Dabei war die Parole: Bildung für alle und zwar umsonst!

Doch auch nach der Abschaffung der Studiengebühren und der Kopfnoten nach dem Bildungsstreik 2009/2010 gibt es weiterhin Kritik am Bildungssystem in Deutschland. Deswegen gründeten Bochumer Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis im Oktober 2011 ein offenes Bündnis um am Bundesweiten Aktionstag im November erneut auf diese Kritik aufmerksam zu machen.

Zentrale Kritikpunkte am Bildungssystem

Zentrale Kritikpunkte am Bildungssystem in Deutschland, sind dabei die fehlenden Studien- und Ausbildungsplätze, fehlende Gelder für Lernmaterial und die Renovierung von Lehrstätten, sowie der Leistungsdruck, der durch das „Turbo-Abi“, Zentralabitur und die Anwesenheitspflicht in der Universität erzeugt wird.

Das offene Bündnis in Bochum lädt auch weiterhin interessierte Auszubildende, Studierende und Schülerinnen und Schüler zur Mitarbeit an den Planungen ein. Das nächste Treffen des Bündnisses wird am Mittwoch um 18 Uhr im Kulturzentrum „Bahnhof Langendreer“ stattfinden.

Bundesweiter Streik am 17.11.2011

Bundesweit wird im Rahmen des Bildungsstreik 2011 für den 17. November mobilisiert, es wird Demonstrationen in allen großen Städten Deutschlands geben. Das Bündnis „Bildungsstreik Bochum 2011“ ruft alle Schülerinnen und Schüler, Studierende und Azubis auf, sich am 17.11.2011 für ihre Rechte einzusetzen.

Die Demo beginnt um 9.30Uhr am Bochumer Hauptbahnhof.